Newsletter November 2017

Rettet den Vorgarten!

Vorgärten sollen pflegeleicht und modern sein, damit sie nicht viel Arbeit machen und zum neu gebauten Haus passen. Was liegt da näher, als ein Unkrautvlies zu verlegen, wenige Pflanzen hineinzustellen und das Ganze mit Schotter oder Kies aufzuschütten? Die Folge: Ganze Neubaugebiete, in die sich kein Insekt mehr verirrt, und wo Vorgärten eher eintönige und das ganze Jahr über gleich aussehende Steinwüsten mit ein paar verlorenen immergrünen Pflanzen sind. Sie merken schon: Wir sind keine Fans von diesen „Gärten“, die im Übrigen auch gar nicht so pflegeleicht sind, wie Viele glauben.



Vorgarten
Es stimmt: Zunächst ist das Thema Vorgarten abgehakt, wenn Sie so einen Schottergarten mit Unkrautvlies anlegen, aber die Freude währt meist nur wenige Monate, denn vor allem auf der Nordseite des Hauses, wo die Eingangstür meist liegt, wachsen die ersten Algen und Moose auf den Steinen, was vor allem bei hellem Schüttgut zu unschöner Grünfärbung führt. Feinstaub aus der Luft und organisches Material (vor allem im Herbst werden Blätter von Straßenbäumen oder vom Nachbarn vom Wind verweht) fallen unweigerlich zwischen die Steine, verrotten und bilden dort eine prima Humusschicht für Unkräuter, die Sie dann mühsam zwischen den Steinen rauspfriemeln müssen, denn Unkrautvernichter sind nicht zulässig. Das Düngen und Umsetzen von Pflanzen ist kompliziert.
Roter Aloisius Noch viel wichtiger sind allerdings andere Nachteile: Da sich die Steine extrem aufheizen, kein Wasser speichern und damit auch keines verdunsten, entsteht ein aufgeheiztes Kleinklima für Mensch und Natur – auch die wenigen Pflanzen, die dort angesiedelt werden, gedeihen in der Regel wegen Hitzestress nicht optimal. Steine produzieren keinen Sauerstoff, bieten keine Nahrung und Unterschlupf für Insekten und andere Tiere und binden keinen Feinstaub. Das Bodenleben unter dem Unkrautvlies verarmt – es entsteht eine mehr oder weniger tote Fläche für die Natur.

Dabei sollte ein Vorgarten doch ein einladender und freundlicher Willkommensgruß für die Bewohner des Hauses und für Besucher sein, der das Straßenbild insgesamt aufwertet und zu mehr Lebensqualität in den
Wohngebieten beiträgt. Ein vielseitig und dicht bepflanzter Vorgarten ist quasi eine natürliche Klimaanlage für Ihr Haus, die durch Beschattung von Pflasterflächen und Verdunstungskälte der Blätter für ein angenehmes Kleinklima sorgt und außerdem Sauerstoff zur Verfügung stellt.

Wenn die Erde fast komplett mit Stauden oder Bodendeckern bepflanzt ist, dann wird herabfallendes Laub einfach „geschluckt“, verrottet und ernährt Ihren Boden. Dieser kann mehr Wasser aufnehmen und speichern und verhindert so bei Starkregen, dass Ihnen der Keller vollläuft. Unkraut hat dann kaum noch eine Chance hochzukommen, denn die Erde ist ja bereits bedeckt. Es entsteht ein Naturerlebnisraum für Kinder, an dem auch die Jahreszeiten abzulesen sind, weil immer etwas Anderes blüht. Außerdem ist so ein grüner Vorgarten ein mittlerweile so immens wichtiger Lebensraum für Insekten (Schlagzeilen: Dramatisches Insektensterben!) und andere Tiere.
Pflegeleicht ist so ein grüner Vorgarten dann, wenn Sie standortgerechte Pflanzen - die sich bei den herrschenden Boden- und Lichtverhältnissen wohl fühlen und die in Wuchsleistung und Endhöhe passen - verwenden und so dicht pflanzen, dass der Boden nahezu komplett bedeckt wird.

Das geht mit Bodendeckern schnell und sieht gut aus. Im ersten oder zweiten Jahr muss dann noch gejätet werden, aber sobald die Bodendecker dichtmachen, ist das nicht mehr oder kaum noch nötig. Wenn Sie dann noch einen kleinen Baum oder einen Solitärstrauch für mehr Höhe im Vorgarten pflanzen, einige immergrüne Sträucher als Gerüstpflanzen mit blühenden Stauden, Gräsern und Zwiebelpflanzen mischen, dann entsteht so ein wunderschönes Stück Natur vor Ihrer Haustür, das Sie und Ihre Besucher lebendig und einladend empfängt!

Klingt zu kompliziert? Ist es aber nicht! Wir beraten Sie in Puschendorf gerne - auch jetzt ist noch eine gute Pflanzzeit, solange der Boden noch frostfrei ist. Und auch für Blumenzwiebeln ist es noch nicht zu spät!

Ihr Team der Baumschule Popp
Schöner Vorgarten, Foto: Bund Deutscher Baumschulen
Foto: Bund deutscher Baumschulen



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